14.08.2011: Pressemitteilung

BER(BBI)-Standortdiskussion:
Milliardenschäden durch Nachtflug

Neueste Forschungen zum Betrieb des Londoner Flughafens Heathrow bringen es an den Tag: Wenn in der Nacht geflogen wird, entstehen Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe. „An diesen Ergebnissen kommt auch bei uns kein verantwortungsbewusster Politiker mehr vorbei“, kommentiert MICHAEL LIPPOLDT von der BI Kleinmachnow gegen Flugrouten die jetzt bekannt gewordene Kosten-Nutzen-Analyse des unabhängigen niederländischen Forschungs- und Beratungsinstituts CE Delft. Die Wissenschaftler haben drei Szenarien untersucht und diese der derzeitigen Nachtflugpraxis gegenübergestellt:

1. Alle Nachtflüge werden neu als Tag-Verbindungen geplant
2. Bei der Verlegung auf die Tagstunden gehen einige Verbindungen verloren, so dass es zu einem enstprechenden Rückgang der Passagierzahlen kommt
3. Alle Flüge, die zur Zeit nachts starten oder landen, werden ersatzlos gestrichen

Die Schlussfolgerung aus allen Szenarien: Zu einem Nachtflugverbot gibt es keine Alternative!
Die Spannbreite der Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Untersuchung zeigt auf der einen Seite jährliche Ersparnisse für die britische Volkswirtschaft von fast 860 Mio. Pfund (= ca. 1 Mrd. €), weil durch das Nachtflugverbot gesundheitliche Schäden durch Schlafströrungen und Stress abnehmen und die Kosten hierfür sinken.

Diesem „gesellschaftlichen Gewinn“ steht auf der anderen Seite ein Verlust für den Flughafenbetreiber und die Airlines durch das Nachflugverbot in Höhe von 35 Mio. Pfund gegenüber. Dieser Verlust ensteht aber nur, wenn alle Nachtflug-
Passagiere nach einem Nachtflugverbot Heathrow künftig komplett meiden würden.
Das halten die Wissenschaftler jedoch für höchst unwahrscheinlich. „Für uns steht außer Frage, dass die Forschungsergebnisse auf den Hauptstadtflughafen „Willy Brandt“ übertragen werden können. Die Belastungen, die
hier vom Flugbetrieb in der Nacht und am Tag auf hunderttausende und aberhunderttausende Menschen in Brandenburg und Berlin ausgehen sollen, stehen denen in Heathrow in nichts nach,“ heißt es bei der Kleinmachnower BI.

Kleinmachnow, den 14.8.2011
V.i.S.d.P.:
Michael Lippoldt
Bürgerinitiative
Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow

Quelle: Ban on night flights at Heathrow Airport A quick scan Social Cost Benefit
Analysis Delft, CE Delft, January 2011, S. 41
www.cedelft.eu

Die BI Kleinmachnow schreibt vor dem Hintergrund der neuerlichen Forderung von Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, nach einem strengen Nachtflugverbot am Flughafen BER in Schönefeld:

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
erneut stellt sich der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, an die Seite der Schwerstbetroffenen und fordert im Interview, das im aktuellen SPIEGEL veröffentlicht ist und heute in allen Abendnachrichten erwähnt wird, in Übereinstimmung mit diesen Schwerstbetroffenen und mit uns ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Explizit nennt er bei dieser Forderung die stadtnahen Großflughäfen in Frankfurt und den BER "Willy Brandt" in Schönefeld. Aber sein Plädoyer für die Unversehrtheit der menschlichen Gesundheit gilt auch für jeden anderen Flughafenstandort mit krankmachendem Nachtflugverkehr wie Köln-Bonn, Halle-Leipzig, Düsseldorf oder München.

Wir alle kennen die Kosten-Nutzen-Analyse niederländischer Wissenschaftler zum Nachtflug am Großflughafen Heathrow. Die Spannbreite der Ergebnisse dieser Untersuchung zeigt auf der einen Seite bei einem kompletten Verzicht auf Nachtflüge jährliche Ersparnisse für die britische Volkswirtschaft von fast 860 Mio. Pfund (= ca. 1 Mrd. €), weil durch das Nachtflugverbot gesundheitliche Schäden durch Schlafströrungen und Stress abnehmen und die Kosten hierfür sinken. Diesem „gesellschaftlichen Gewinn“ steht auf der anderen Seite ein Verlust für den Flughafenbetreiber und die Airlines durch das Nachtflugverbot in Höhe von 35 Mio. Pfund gegenüber. Dieser Verlust entsteht aber nur, wenn alle Nachtflug-Passagiere den Flughafen Heathrow überhaupt nicht mehr nutzen würden, weil sie dort nachts nicht fliegen können.

Der SPIEGEL berichtet, dass Experten auch in Deutschland mit drastischen Gesundheitskosten durch Nachtflug rechnen - allein in Frankfurt mit 400 Millionen Euro Behandlungskosten in den nächsten zehn Jahren.

"Lärm ist das am stärksten unterschätzte Umweltproblem in Deutschland", wird Präsident Flasbarth im SPIEGEL zitiert. Die gesetzlichen Grenzwerte für Fluglärm reichten nicht aus, die Belastung sei "deutlich zu hoch". Vor allem in den Nachtstunden schädige der Lärm eindeutig die Gesundheit.

Zum Nachlesen fügen wir unsere "Heathrow"-Pressemitteilung vom 14.8.2011 hier nochmals bei. So bestätigt sich immer wieder aufs Neue, was Herrn Platzecks Umwelt- und Raumordnungsministerium bereits 1994 allen Verantwortlichen ins Stammbuch geschrieben hat: Die Entscheidung für Schönefeld ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz, weil das Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit mit diesem Standort nicht geschützt werden kann.

Kleinmachnow, 11.3.2012